GPS-Switch mit AutoPoint

Auch für Sämaschinen wurde diese automatische Schaltung im Jahr 2013 umgesetzt. Die Festlegung der genauen Ein- und Ausschaltzeitpunkte ist bei der pneumatischen Sätechnik jedoch komplizierter als in der Düngetechnik oder in der Pflanzenschutztechnik. Aufgrund der Saatgut-Förderstrecke vom Dosierer bis zu den Scharen gibt es eine Verzögerungszeit zwischen Einschalten des Dosierers und einem konstanten Saatgutstrom am Schar. Beim Ausschalten dauert es eine gewisse Zeit, bis nach dem Dosierstopp das letzte Saatgut aus der Förderstrecke am Schar angekommen ist. Diese Verzögerung kann je nach Maschinentyp und Flugeigenschaft des Saatgutes 1,4 bis 5,0 sec betragen. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 14 km/h bedeutet dies eine Strecke von 5,4 bis 19,4 m. Daher ist die Bedeutung der Förderzeit unterschiedlicher Saatgüter je nach Maschinentyp besonders hoch.

Für ein perfektes Ergebnis von GPS-Switch in der Sätechnik ist deshalb bisher das Zusammenspiel der im Labor ermittelten Förderzeiten, der daraus resultierenden Vorschauzeiten für Ein- und Ausschaltzeitpunkt des Dosierers und die Kenntnis des Fahrers unerlässlich. Die in der Betriebsanleitung aufgeführten Vorschauzeiten sind Richtwerte und somit Einstellempfehlungen. Neben der Förderzeit kommt noch die Fahrgeschwindigkeit und die starke Verzögerung oder Beschleunigung der Fahrgeschwindigkeit im Vorgewendebereich als Einflussfaktor für den genauen Schaltzeitpunkt hinzu. Der Fahrer muss bisher durch Kontrolle der Saatgutanschlüsse im Vorgewendebereich die eingestellten Zeiten optimieren, damit keine Saatfenster entstehen oder nicht übersät wird. Dies birgt allerdings verschiedene Fehlerquellen wie beispielsweise ungenaue Distanzmessungen oder ungenaue Geschwindigkeitsermittlung in sich. Zudem ist diese Kontrolle sehr zeitaufwendig. Weiterhin müssen die Vorschauzeiten für unterschiedliche Saatgüter und ggf. veränderte Gebläsedrehzahlen angepasst und erneut kontrolliert werden. Es geht also darum, dem Anwender ein Assistenzsystem zu bieten, um Fehlerquellen zu minimieren und den zeitlichen Aufwand für ein perfektes Arbeitsergebnis von GPS-Switch zu reduzieren.

GPS-Switch mit AutoPoint für Sämaschinen ist die logische Ergänzung, um den Fahrer maximal zu entlasten und das Ergebnis zu optimieren. Das neue AutoPoint-System ermittelt automatisch die Verzögerungszeit, also die Zeit zwischen Dosierbeginn bzw. -ende und dem Förderverhalten des Saatgutes am Schar. Über einen Sensor am Schar wird der Saatgutfluss am Schar ermittelt. Dadurch kann das System in Abhängigkeit der Schaltzeitpunkte des Dosierers die Förderzeit des Getreides in der Maschine ermitteln. Dies geschieht permanent bei jedem Schaltvorgang des Dosierers. Dieser Wert wird für die automatische Berechnung der Schaltpunkte zu Grunde gelegt. So kann sogar auf Änderungen im Förderverhalten des Saatgutes und auf Veränderungen im Fahrverhalten reagiert werden. Eine zeitaufwendige manuelle Kontrolle im Feld entfällt.

Die Funktionskette automatisches Ein- und Ausschalten am Vorgewende wird abgerundet durch den GPS-Switch-Fahrassistent. Ein Vorschaubalken in der GPS-Switch-Oberfläche zeigt dem Fahrer in Abhängigkeit der Fahrgeschwindigkeit an, an welcher Stelle das System schalten wird. Ein Farbwechsel des Balkens kombiniert mit einem akustischen Signal, weist den Fahrer darauf hin, die Geschwindigkeit ab diesem Zeitpunkt bis zum Erreichen bzw. Verlassens des Vorgewendes konstant zu halten.

 

Top Argumente von GPS-Switch mit AutoPoint
für den Landwirt

   GPS-Switch

  •  Automatisches GPS-gestütztes Schalten des Dosiersystems ohne Zutun des Fahrers
  •  Exakter Start und exaktes Ende des Sävorgangs am Vorgewende zur Vermeidung von Überlappungen und Säfenstern
  •  In der Praxis für pneumatische Sämaschinen Ergebnis bisheriger Technik selten zu 100 % zufriedenstellend

 AutoPoint automatische Förderzeitermittlung

  •  Förderzeiten werden automatisch ermittelt, manuelles Ausmessen und Einstellen entfällt

 AutoPoint Fahrerassistenzsystem

  • Vorschau-Säbalken zur Unterstützung eines optimalen Fahrverhaltens
    Richtige Geschwindigkeit wählen
    Geschwindigkeit im relevanten Bereich konstant halten

Potenzielle Verbreitung der neuen Technik

 GPS-Switch bisher weit verbreitet bei Spritzen und Düngerstreuern, zunehmend auch bei Sämaschinen

  •  Bisheriges Hindernis bei der Sätechnik sind viele, teils variable Einflussgrößen
  •  Vorschauwerte aus der Betriebsanleitung sind reine Richtwerte, die im Feld aufwändig angepasst werden müssen

 Chance durch AutoPoint

  •  GPS-Switch für Sätechnik kann mithilfe von AutoPoint eine ähnliche Verbreitung erlangen wie GPS-Switch für Düngung und Pflanzenschutz

Betriebs- und Arbeitswirtschaft

  • Einsparung von Saatgut in Abhängigkeit von Maschinenart und Schlaggeometrie
  • Optimierung der potentiellen Flächenleistung der Sämaschinen bei optimalen Schaltpunkten

Arbeitserleichterung

  • Verzicht auf zeitraubende Messungen im Feld zur Anpassung der Vorschauzeit an die Gegebenheiten
  • Entlastung des Fahrers bei den Abläufen am Vorgewende

Arbeitssicherheit und Umweltschutz

  • Vermeidung von gebeiztem Saatgut an der Bodenoberfläche des Vorgewendes
  • Reduzierung von Beizstaubabdrift